Was kostet eine Wärmepumpe wirklich – inklusive Einbau?

Kurzantwort: Die Gesamtkosten hängen stark vom Gebäude (Heizflächen, Vorlauf), der gewählten Wärmequelle und den Nebenarbeiten ab – deshalb lohnt es sich, Kostenblöcke sauber zu trennen und vorher Heizlast/Vorlauf zu plausibilisieren.

Welche Kostenblöcke stecken drin?

Hilfreich ist, Angebote in klare Blöcke zu trennen:

  • Wärmepumpe (Innen/ Außen, ggf. Speicher, Zubehör)
  • Hydraulik/Einbindung (Umbauten, Pumpen, Mischer, Filter)
  • Elektro (Zuleitung, Absicherung, Zähler/Steuerung)
  • Demontage/Entsorgung Altanlage
  • Nebenarbeiten (Fundament, Kernbohrungen, Schallschutz)

Zwei Dinge treiben Kosten häufig nach oben: eine notwendige hohe Vorlauftemperatur (weil Heizflächen nachgerüstet werden müssen) und unklare Dimensionierung. Deshalb lohnt sich vor Angeboten eine Heizlast-Plausibilisierung.

Wie Sie Angebote besser vergleichbar machen

Damit Sie nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, hilft diese Mini-Checkliste:

  1. Welche Auslegungstemperaturen werden angenommen (Vorlauf/Quelle)?
  2. Welche Heizlast wird zugrunde gelegt (und wie begründet)?
  3. Welche Warmwasser-Temperaturstrategie ist geplant?
  4. Ist ein Pufferspeicher begründet – oder „Standard“?

Für die Effizienz-Einordnung der angenommenen Temperaturen ist der WP‑Effizienz‑Rechner hilfreich.

Typische Kostentreiber (die in Angeboten gerne untergehen)

Viele „Überraschungen“ entstehen nicht durch das Gerät, sondern durch Randbedingungen im Gebäude. Das sind häufige Treiber:

  • Heizflächen/Vorlauf: Wenn hohe Vorlauftemperaturen nötig sind, werden oft Heizkörper‑Upgrades nötig (oder mehr Optimierungsaufwand).
  • Elektro: Zuleitung, Absicherung, Zählerschrank‑Anpassungen, Steuerung.
  • Aufstellung/Schall: Fundament, Entkopplung, Schallschutz, Leitungswege.
  • Altanlage: Demontage/Entsorgung, Umbauten an Verrohrung/Schornstein.
  • Warmwasser: Speicher, Zirkulation, Temperaturstrategie (kann Effizienz und Komponentenwahl beeinflussen).
Tipp für bessere Vergleichbarkeit

Lassen Sie sich die Annahmen explizit nennen (Heizlast, Auslegungstemperaturen, Warmwasserstrategie) und prüfen Sie diese grob über Wärmebedarf und Effizienz.

8 Fragen, die ein seriöses Angebot beantworten sollte

  1. Welche Heizlast wird angesetzt – und wie belegt?
  2. Welche Auslegung (Quelle/Vorlauf) wird angenommen?
  3. Wie wird Warmwasser gelöst (Speichergröße, Temperaturen, Zirkulation)?
  4. Wie wird Taktung vermieden (Hydraulik/Regelung/Dimensionierung)?
  5. Ist ein Pufferspeicher geplant – und warum?
  6. Welche Schall-/Aufstellmaßnahmen sind enthalten?
  7. Welche Elektroarbeiten sind enthalten (inkl. Material)?
  8. Welche Leistungen sind explizit nicht enthalten (Fundament, Kernbohrung, Malerarbeiten …)?

Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb

Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:

  • Welche Kostenblöcke sind getrennt ausgewiesen (Gerät, Hydraulik, Elektro, Nebenarbeiten)?
  • Welche Nebenarbeiten sind enthalten (Fundament, Kernbohrungen, Schallschutz, Entsorgung)?
  • Welche Annahmen stecken dahinter (Heizlast, Auslegungstemperaturen, Warmwasserstrategie)?
  • Welche Leistungen sind explizit ausgeschlossen (damit es keine Nachträge gibt)?
Schneller Gegencheck (ohne Excel)

Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).

Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen

Angebot wirkt günstig – aber ohne Details
  • Kostenblöcke einfordern (Elektro/Schall/Fundament/Entsorgung separat).
  • Annahmen prüfen (Heizlast, Quelle/Vorlauf, Warmwasser).
  • Leistungen/Exklusionen klären, um Nachträge zu vermeiden.
Zwei Angebote unterscheiden sich stark
  • Vergleich über gleiche Annahmen herstellen (Auslegungstemperaturen, Warmwasser, Puffer).
  • Elektro- und Nebenarbeiten vergleichen (oft der Hauptunterschied).
  • Effizienz-Folgen von Vorlauf/Quelle im Rechner gegenchecken.

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