Welche Vorlauftemperatur ist „gut“ – und wie finde ich sie heraus?

Kurzantwort: „Gut“ ist eine Vorlauftemperatur, die Ihr Haus an kalten Tagen zuverlässig warm bekommt – und so niedrig wie möglich bleibt, weil das die Effizienz stark erhöht.

Warum Vorlauf so wichtig ist

Wärmepumpen sind am effizientesten, wenn sie nur einen kleinen Temperaturhub schaffen müssen. Deshalb gilt: Vorlauf runter → COP rauf → Betriebskosten runter. Wie stark das wirkt, sehen Sie im WP‑Effizienz‑Rechner.

So finden Sie Ihren echten Bedarf (Praxis)

Der pragmatische Weg ist ein Test mit der bestehenden Anlage. Vorgehen und typische Stolperfallen (Thermostate, Nachtabsenkung, Warmwasser) finden Sie im Ratgeber Vorlauftemperatur richtig bestimmen.

Kurz-Anleitung: Vorlauftemperatur testen (ohne Mess-Marathon)

  1. Kaltes Wetter abwarten (mehrere Tage sind besser als 1 Abend).
  2. Thermostate weit öffnen (sonst „verstecken“ sie Heizkörperleistung).
  3. Vorlauf/Heizkurve schrittweise senken und beobachten: bleiben alle Räume stabil warm?
  4. Niedrigsten stabilen Wert notieren (inkl. Außentemperatur).

Detailliert (inkl. Stolperfallen) steht das im Vorlauftemperatur‑Ratgeber.

Wenn die Vorlauftemperatur zu hoch ist: die wirksamsten Hebel

  • Hydraulischen Abgleich nachholen (gleichmäßige Wärmeabgabe).
  • Heizkurve optimieren (nicht pauschal „hoch fahren“).
  • Heizkörper punktuell vergrößern (Problemräume zuerst) statt flächig umzubauen.
Warum das so wichtig ist

Höhere Vorlauftemperaturen drücken COP/SCOP deutlich. Den Effekt sehen Sie im Effizienz‑Rechner.

Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb

Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:

  • Welche Vorlauftemperatur wird angesetzt – und wie wurde sie ermittelt (Test/Heizlast/Heizflächen)?
  • Welche Heizkurven-Parameter werden nach Inbetriebnahme eingestellt (Neigung/Niveau/Heizgrenze)?
  • Welche Maßnahmen sind vorgesehen, falls ein Raum bei niedrigerem Vorlauf nicht warm wird?
  • Wie wird Abgleich/Volumenstrom sichergestellt?
Schneller Gegencheck (ohne Excel)

Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).

Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen

Sie haben nur wenig Daten (Gasrechnung vorhanden)
  • Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
  • Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
  • Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
Sie wollen Angebote schnell vergleichen
  • Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
  • Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
  • Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.

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