Was bedeuten COP, SCOP und JAZ – und was ist für mich wichtig?
Kurzantwort: COP ist eine Momentaufnahme bei bestimmten Temperaturen, SCOP eine genormte Jahreskennzahl und JAZ die echte Jahreszahl in Ihrem Haus – am aussagekräftigsten ist die JAZ, wenn Anlage und Messung sauber sind.
Wie Sie die Kennzahlen richtig einordnen
- COP: Effizienz an einem Betriebspunkt (z. B. A2/W35). Schon kleine Temperaturänderungen wirken stark.
- SCOP: genormte Jahresbetrachtung mit standardisierten Annahmen.
- JAZ: gemessene Jahresarbeitszahl im realen Betrieb (Haus, Nutzerverhalten, Warmwasser, Hydraulik).
Der wichtigste Praxishebel ist fast immer die Vorlauftemperatur. Wie Quelle und Vorlauf zusammenhängen, erklärt Wärmequellen für Wärmepumpen.
Temperaturen sichtbar machen
Um Kennlinien greifbar zu machen, schauen Sie sich COP nach Außentemperatur und Vorlauf an – im WP‑Effizienz‑Rechner.
So lesen Sie Datenblätter richtig (A2/W35 & Co.)
Viele Missverständnisse entstehen, weil Kennwerte an günstigen Betriebspunkten gelesen werden. Prüfen Sie deshalb immer:
- Welche Quelle (Luft/Erdreich/Wasser) und welche Temperatur wird angenommen?
- Welche Vorlauftemperatur (z. B. 35/45/55 °C) wird angenommen?
- Wird nur COP angegeben – oder auch Leistung (kW) über Temperatur?
Ein gutes Verständnis der Kennungen gibt Wärmequellen für Wärmepumpen.
Wie Sie die JAZ in der Praxis verbessern (die echten Hebel)
- Vorlauftemperatur senken (größter Hebel).
- Hydraulik/Abgleich sauber machen (gleichmäßige Wärmeabnahme).
- Heizkurve optimieren (stabil warm, nicht zu hoch).
- Warmwasser clever einstellen (Speicher/Zirkulation/Temperaturen): Warmwasser‑Ratgeber.
Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb
Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:
- Welche COP-/Leistungswerte werden für die relevanten Vorlauftemperaturen betrachtet (z. B. 35/45/55°C)?
- Welche Annahmen stecken hinter SCOP/Prospektwerten (Klima, Lastprofile)?
- Wie wird die reale JAZ im Betrieb unterstützt (Vorlauf, Hydraulik, Warmwasserstrategie)?
Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).
Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen
- Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
- Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
- Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
- Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
- Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
- Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.