Welche Genehmigungen brauche ich für eine Erdwärmepumpe (Bohrung)?
Kurzantwort: Bei Erdwärme (Bohrung) sind häufig Genehmigungen/Anzeigen nötig – Details unterscheiden sich regional. Klären Sie früh: Zuständigkeit, Schutzgebiete, Bohrtiefen, Hydrogeologie und geforderte Unterlagen.
Was Sie früh klären sollten
Der wichtigste Punkt ist, die Genehmigungs-/Anzeigepflichten und Einschränkungen (z. B. Wasserschutzgebiete) zu kennen, bevor Sie Angebote finalisieren. Gute Fragen an Bohrfirma/Planer:
- Welche Behörde ist zuständig und welche Unterlagen sind üblich?
- Gibt es Einschränkungen durch Schutzgebiete/Geologie?
- Wie wird die Bohrung dokumentiert und abgenommen?
Vorab: passt Erdreich überhaupt zu Ihrem Haus?
Erdreich ist oft effizient, aber nur eine Option von mehreren. Ein Überblick (inkl. Kennungen) steht in Wärmequellen für Wärmepumpen.
Typischer Ablauf (vereinfacht)
Die Details hängen von Region/Untergrund ab – der Ablauf folgt aber oft einem ähnlichen Muster:
- Vorprüfung: Schutzgebiete, Grundstück, Zugänglichkeit, grobe Bohr-/Kollektoroptionen.
- Heizlast/Leistungsbedarf plausibilisieren: Heizungs‑Rechner.
- Planung/Antrag: zuständige Stelle klären, Unterlagen zusammenstellen, Anzeige/Genehmigung.
- Bohrung/Ausführung: Dokumentation, Dichtheit/Verfüllung, Abnahme/Protokolle.
- Inbetriebnahme + Feineinstellung (Heizkurve/Vorlauf/Volumenströme).
Risiken & Absicherung (woran Sie früh denken sollten)
- Schutzgebiete/Geologie: Was ist zulässig, was nicht?
- Dokumentationspflichten: Welche Nachweise werden verlangt?
- Ausführungsqualität: Bohrfirma/Referenzen, Verfahren, Verfüllung, Mess-/Abnahmeprotokolle.
Klären Sie erst Genehmigungsfähigkeit und Heizlast, bevor Sie sich auf ein konkretes Gerät festlegen. Für Quelle/Vorlauf‑Zusammenhänge: WP‑Effizienz.
Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb
Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:
- Welche Behörde ist zuständig und welche Unterlagen werden benötigt?
- Gibt es Einschränkungen (Schutzgebiet, Geologie, Bohrtiefen) – und wie wird das belegt?
- Welche Dokumentation/Protokolle liefert die Bohrfirma (Verfüllung, Dichtheit, Bohrprofil)?
- Wie wird das Risiko von Nacharbeiten/Mehrkosten reduziert (Vorprüfung, Festpreise, klare Leistungen)?
Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).
Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen
- Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
- Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
- Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
- Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
- Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
- Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.