Wie stelle ich die Heizkurve richtig ein (für Wärmepumpen)?

Kurzantwort: Eine gute Heizkurve liefert stabile Raumtemperaturen mit der niedrigsten möglichen Vorlauftemperatur – ohne starke Thermostat-Drosselung und ohne unnötige Nachtabsenkung.

Warum Heizkurve der Effizienzhebel ist

Heizkurve bestimmt, wie stark der Vorlauf auf Außentemperatur reagiert. Bei Wärmepumpen gilt: jede unnötige Erhöhung kostet Effizienz. Deshalb ist „stabil warm“ + „so niedrig wie möglich“ das Ziel.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Ratgeber Heizkurve einstellen.

Typische Fehlerbilder

  • Thermostate sind fast überall „zu“ → Anlage sieht keine Abnahme → Takten
  • Nachtabsenkung zu stark → morgens hoher Vorlauf/Spitzenleistung
  • Ungleich warme Räume → oft fehlender Abgleich

Welche Parameter zählen (Neigung, Niveau, Raum-Soll …)

Je nach Regelung heißen die Parameter anders, die Logik ist ähnlich:

  • Neigung: wie stark der Vorlauf auf fallende Außentemperatur reagiert.
  • Niveau/Offset: verschiebt die Kurve insgesamt nach oben/unten.
  • Raum-Soll/Heizgrenze: beeinflusst, ab wann und wie stark geheizt wird.

Ziel: stabile Raumtemperatur bei minimal nötiger Vorlauftemperatur.

Vorgehen (in wenigen Tagen zu einer guten Kurve)

  1. Thermostate möglichst offen lassen (sonst regeln zwei Systeme gegeneinander).
  2. Nur einen Parameter auf einmal ändern (Neigung oder Niveau).
  3. Änderungen 12–24 h wirken lassen, dann erst nachjustieren.
  4. Ungleich warme Räume zuerst hydraulisch lösen (Abgleich), nicht mit „mehr Vorlauf“.

Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb

Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:

  • Welche Heizlast wird angesetzt – und wie wurde sie hergeleitet (DIN/Verbrauch/Annahmen)?
  • Mit welchen Auslegungstemperaturen wird gerechnet (Quelle & Vorlauf) – und warum?
  • Wie ist das Warmwasser-Konzept (Speichergröße, Temperaturen, Zirkulation)?
  • Wie wird Taktung vermieden (Hydraulik, Regelung, Mindestleistung/Modulation)?
  • Was ist im Angebot enthalten – und was explizit nicht (Elektro, Fundament, Kernbohrung, Entsorgung)?
Schneller Gegencheck (ohne Excel)

Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).

Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen

Sie haben nur wenig Daten (Gasrechnung vorhanden)
  • Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
  • Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
  • Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
Sie wollen Angebote schnell vergleichen
  • Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
  • Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
  • Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.

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