Kann eine Wärmepumpe auch kühlen – und wann lohnt sich das?

Kurzantwort: Viele Wärmepumpen können kühlen – sinnvoll ist es aber nur, wenn die Wärmeabgabe/Kälteleistung und der Taupunkt beachtet werden (sonst drohen Kondensatprobleme).

Welche Arten von ‚Kühlen‘ gibt es?

  • Aktives Kühlen: Kompressor läuft wie beim Heizen – nur umgekehrt.
  • Passives Kühlen: bei Erdreich/Grundwasser kann Kälte „direkt“ genutzt werden.

Worauf es in der Praxis ankommt

Entscheidend sind die Heizflächen: Fußboden-/Wandflächen funktionieren anders als klassische Radiatoren. Zusätzlich ist der Taupunkt wichtig – zu kalte Flächen können zu Kondensat führen.

Für die grundsätzliche Einordnung der Effizienzkennwerte hilft Wärmepumpen‑Effizienz verstehen.

Taupunkt & Kondensat: der wichtigste Stolperstein

Beim Kühlen können Flächen unter den Taupunkt fallen – dann kondensiert Luftfeuchtigkeit an Rohren/Flächen. Das ist weniger ein „WP‑Problem“, sondern ein Planungs-/Regelungsthema.

  • Taupunktüberwachung/Regelstrategie prüfen
  • Geeignete Flächen: Fußboden/Wand anders als klassische Heizkörper
  • Entfeuchtung/Komfort (Luftfeuchte) mitdenken

Checkliste vor der Planung

  1. Welche Flächen geben Kälte ab (FBH/Wand/Fancoils) – und mit welcher Leistung?
  2. Wie wird Kondensat verhindert (Taupunktführung)?
  3. Wie wirkt sich das auf Warmwasser/Heizen (Umschaltung, Prioritäten) aus?

Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb

Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:

  • Wie wird Taupunkt/Kondensat verhindert (Sensorik, Regelstrategie)?
  • Welche Flächen/Komponenten geben Kälte ab (FBH/Wand/Fancoils) – mit welcher Leistung?
  • Wie wird zwischen Heizen/Warmwasser/Kühlen priorisiert (Umschaltung)?
Schneller Gegencheck (ohne Excel)

Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).

Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen

Sie haben nur wenig Daten (Gasrechnung vorhanden)
  • Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
  • Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
  • Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
Sie wollen Angebote schnell vergleichen
  • Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
  • Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
  • Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.

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