Brauche ich einen Pufferspeicher – oder kostet er Effizienz?
Kurzantwort: Nicht automatisch. Ein Pufferspeicher kann in bestimmten Hydraulik-Situationen helfen, kostet aber oft Effizienz durch zusätzliche Verluste und höhere Vorlauftemperaturen – entscheidend ist die Einbindung.
Warum ein Puffer Effizienz kosten kann
Ein Puffer bedeutet zusätzliche Oberfläche (Verluste) und häufig eine Entkopplung, die höhere Vorlauftemperaturen erzwingt. Viele Anlagen laufen ohne Puffer sehr gut – wenn Hydraulik/Regelung sauber sind.
Wann ein Puffer sinnvoll sein kann
Es gibt Fälle, in denen ein Puffer begründet ist (z. B. Mindestvolumenstrom/Abtauung/komplexe Hydraulik). Die Kriterien inklusive typischer Mythen finden Sie im Ratgeber Pufferspeicher.
Einbindung entscheidet: typische Varianten (vereinfacht)
Ob ein Puffer hilft oder schadet, hängt stark davon ab, wie er eingebunden ist. Vereinfacht gibt es drei Muster, die in der Praxis relevant sind:
- Kein Puffer: direkt in den Heizkreis – oft die effizienteste Lösung, wenn Hydraulik passt.
- Kleiner hydraulischer Puffer/Weiche: kann Volumenstrom-Themen lösen, kann aber auch Entkopplung/Verluste erzeugen.
- Großer Heizpuffer: bringt Speicherwirkung, aber auch Verluste – und kann Vorläufe erhöhen.
Fragen, die Sie vor einem Pufferspeicher stellen sollten
- Welches Problem soll der Puffer lösen (Volumenstrom, Abtauung, Mischkreise …)?
- Wie wird der Puffer eingebunden (Schema im Angebot)?
- Wie werden Verluste minimiert (Dämmung, Temperaturführung, Einbindung)?
- Gibt es Alternativen über Hydraulik/Regelung (Abgleich, Heizkurve)?
Häufig lohnt es sich, zuerst Hydraulik und Regelung zu prüfen.
Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb
Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:
- Welche Heizlast wird angesetzt – und wie wurde sie hergeleitet (DIN/Verbrauch/Annahmen)?
- Mit welchen Auslegungstemperaturen wird gerechnet (Quelle & Vorlauf) – und warum?
- Wie ist das Warmwasser-Konzept (Speichergröße, Temperaturen, Zirkulation)?
- Wie wird Taktung vermieden (Hydraulik, Regelung, Mindestleistung/Modulation)?
- Was ist im Angebot enthalten – und was explizit nicht (Elektro, Fundament, Kernbohrung, Entsorgung)?
Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).
Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen
- Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
- Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
- Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
- Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
- Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
- Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.