Wärmepumpe + Photovoltaik: lohnt sich die Kombination?
Kurzantwort: PV und Wärmepumpe können gut zusammenpassen, aber die Erwartungen sollten saisonal sein: Der größte Heizbedarf liegt im Winter, wenn PV-Ertrag niedrig ist – Warmwasser und Übergangszeiten sind oft der bessere Match.
Was PV realistisch bringt
PV hilft besonders, wenn Sie Verbrauch in Zeiten mit Ertrag verschieben können (Warmwasser, Übergangszeit). Für reines Winterheizen ist PV oft nicht „die Lösung“, kann aber dennoch die Jahresbilanz verbessern.
Welche Hebel die Kombination stärker machen
- Vorlauftemperatur niedrig halten (höherer COP → weniger Strombedarf).
- Warmwasserstrategie passend einstellen.
- Überdimensionierung vermeiden (sonst unnötiger Verbrauch).
Hilfreiche Startpunkte: Vorlauftemperatur und Warmwasser.
Saisonal denken: wann PV der Wärmepumpe wirklich hilft
Der wichtigste Punkt ist die Saisonalität: Viel PV‑Ertrag im Sommer, viel Heizbedarf im Winter. In der Praxis entstehen deshalb die besten Synergien oft über:
- Warmwasser tagsüber (gezielt, nicht dauerhaft heiß)
- Übergangszeit (Frühling/Herbst) bei moderaten Außentemperaturen
- effiziente Anlage (niedrige Vorläufe → weniger Strom pro kWh Wärme)
Konkrete Maßnahmen, die häufig mehr bringen als ‚größer bauen‘
- Vorlauftemperatur senken (COP rauf → PV‑kWh wirken stärker).
- Warmwasserstrategie anpassen: Warmwasser‑Ratgeber.
- Verbrauch in PV‑Zeitfenster verschieben (Zeitprogramme, nicht „Dauer‑Boost“).
Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb
Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:
- Wie wird Warmwasser/Lastverschiebung umgesetzt (Zeitprogramme statt Dauer-Boost)?
- Welche Zieltemperaturen sind geplant (zu heiß kostet Effizienz)?
- Wie wird die Regelung abgestimmt (PV-Ertrag vs. Komfort)?
Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).
Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen
- Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
- Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
- Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
- Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
- Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
- Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.