Welcher Stromtarif ist sinnvoll für eine Wärmepumpe?

Kurzantwort: Ein guter Tarif ist der, der zu Ihrem Verbrauchsprofil passt: Arbeitspreis und Grundpreis zählen zusammen – und technische Rahmenbedingungen (z. B. Steuerung/Sperrzeiten) sollten Sie im Blick behalten.

So vergleichen Sie Tarife realistisch

Schauen Sie nicht nur auf den Arbeitspreis. Rechnen Sie mindestens mit Ihrem erwarteten Jahresverbrauch und addieren den Grundpreis. Den Verbrauch können Sie grob über den Wärmebedarf und die erwartete Effizienz plausibilisieren.

Startpunkt: Heizungs‑Rechner (Wärmebedarf) + WP‑Effizienz (Temperaturen → COP/SCOP).

Typische Stolperfallen

  • Grundpreis „frisst“ günstigen Arbeitspreis bei kleinem Verbrauch.
  • Tarife mit Bedingungen (z. B. Steuerung) nicht mitgerechnet.
  • Warmwasser-/Sommerverbrauch unterschätzt.

Mini-Rechnung: Arbeitspreis vs. Grundpreis (so vergleichen Sie sauber)

Ein Tarif ist nur dann „günstig“, wenn er zu Ihrem Jahresverbrauch passt. Vorgehen:

  1. Jahreswärmebedarf plausibilisieren: Heizungs‑Rechner
  2. Realistische Effizienz annehmen: WP‑Effizienz
  3. Stromkosten = (kWh · Arbeitspreis) + (12 · Grundpreis)

Technische Rahmenbedingungen (die Tarifwahl beeinflussen können)

Manche Tarife/Modelle setzen technische Rahmenbedingungen voraus (z. B. Steuerung/zeitweise Leistungsbegrenzung). Prüfen Sie vor Abschluss:

  • Gibt es Bedingungen zur Steuerbarkeit/Sperrzeiten?
  • Ist ein zusätzlicher Zähler oder Umbau im Zählerschrank nötig?
  • Passt das zu Ihrem Warmwasser-/Komfortbedarf?

Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb

Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:

  • Brauche ich einen (zusätzlichen) Zähler oder Umbau im Zählerschrank?
  • Welche Bedingungen gibt es zur Steuerbarkeit/Sperrzeiten (falls relevant)?
  • Wie wird der erwartete Jahresverbrauch hergeleitet (Wärmebedarf + Effizienz)?
Schneller Gegencheck (ohne Excel)

Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).

Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen

Sie haben nur wenig Daten (Gasrechnung vorhanden)
  • Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
  • Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
  • Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
Sie wollen Angebote schnell vergleichen
  • Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
  • Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
  • Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.

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