Warum taktet meine Wärmepumpe – und wie kann ich das vermeiden?

Kurzantwort: Taktung entsteht meist durch ein Missmatch zwischen erzeugter und abgenommener Leistung – typische Ursachen sind Überdimensionierung, ungünstige Hydraulik (z. B. falscher Puffer) oder Regelung/Heizkurve.

Die häufigsten Ursachen

  • Wärmepumpe zu groß (zu hohe Mindestleistung gegenüber Bedarf)
  • Hydraulik verhindert Durchfluss/Abnahme (Ventile, Abgleich, Mischerkreise)
  • Heizkurve/Nachtabsenkung sorgt für „Stop-and-Go“

Was Sie zuerst prüfen sollten

Bevor man an „Speziallösungen“ denkt, lohnen sich meist diese drei Schritte:

  1. Hydraulik/Abgleich (gleichmäßige Wärmeabnahme).
  2. Heizkurve so einstellen, dass Räume stabil warm bleiben.
  3. Vorlauf senken, wo möglich (Effizienz + Teillast).

So erkennen Sie Taktung (und was Sie notieren sollten)

„Taktung“ ist nicht nur subjektives Ein/Aus‑Gefühl. Hilfreich sind mess-/zählbare Indikatoren:

  • Verdichterstarts pro Stunde/Tag (in der Regelung/Service-Menü)
  • sehr kurze Laufzeiten trotz Heizbedarf
  • Thermostate häufig geschlossen (Wärmeabnahme fehlt)

Wenn die Anlage taktet, lohnt es sich außerdem, Vorlauf und Heizkurve gemeinsam zu betrachten.

Maßnahmen in sinnvoller Reihenfolge

  1. Hydraulik/Abgleich (Wärmeabnahme stabilisieren)
  2. Heizkurve stabilisieren (keine starken Sprünge/Nachtabsenkung)
  3. Vorlauf senken, wo möglich
  4. Dimensionierung plausibilisieren (Heizlast vs. Mindestleistung)

Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb

Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:

  • Wie wird die Dimensionierung begründet (Heizlast) – und wie passt die Mindestleistung dazu?
  • Wie wird Volumenstrom/Abnahme sichergestellt (Hydraulik, Abgleich, Ventile)?
  • Ist ein Puffer geplant – wenn ja: welches Problem löst er konkret (Schema)?
  • Welche Regelungsstrategie (Heizkurve/Nachtabsenkung) wird vorgesehen?
Schneller Gegencheck (ohne Excel)

Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).

Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen

Sie haben nur wenig Daten (Gasrechnung vorhanden)
  • Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
  • Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
  • Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
Sie wollen Angebote schnell vergleichen
  • Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
  • Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
  • Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.

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