Luft-, Sole- oder Wasser-Wärmepumpe: Welche Wärmequelle passt?

Kurzantwort: Luft ist meist am einfachsten, Erdreich/Wasser oft effizienter – die beste Wahl hängt aber von Platz, Genehmigungen, Bohrbarkeit, Schall und dem gewünschten Temperaturniveau ab.

Wie Sie ‚Quelle‘ und Kennungen lesen

Kennungen wie A2/W35 bedeuten: Quelle Luft 2 °C, Vorlauf 35 °C. Das zeigt schon: Effizienz ist immer ein Temperatur-Thema. Einen Überblick über Quellen und Kennungen finden Sie in Wärmequellen für Wärmepumpen.

Praktische Kriterien für die Entscheidung

  • Platz/Grundstück (Außengerät vs. Bohrung/Flächenkollektor)
  • Genehmigungen/Risiken (bei Erdreich/Grundwasser)
  • Schall/Abstände (bei Luft)
  • Erwartete Vorlauftemperatur (je höher, desto anspruchsvoller)

Für den Effizienz-Effekt von Vorlauf/Quelle: WP‑Effizienz‑Rechner.

Entscheidungsmatrix (Kurzfassung)

  • Wenn Platz/Schall kritisch → Erdreich/Wasser prüfen (falls Genehmigungen/Geologie passen).
  • Wenn schnell/unkompliziert → Luft‑WP ist häufig der pragmatische Weg.
  • Wenn Vorlauftemperatur hoch → zuerst Heizflächen/Vorlauf optimieren, bevor die Quelle „die Lösung“ sein soll.
Temperaturen zuerst

Quelle und Vorlauf wirken zusammen. Prüfen Sie daher immer erst die Vorlauftemperatur und dann die Quelle.

Was Sie für Angebote konkret festhalten sollten

  • Aufstell-/Bohrmöglichkeiten (Skizze, Abstände, Zugänglichkeit)
  • Schall-/Nachbarschaftssituation (kritische Richtungen/Reflexionen)
  • Heizlast und Ziel‑Vorlauftemperatur
  • Warmwasseranforderungen (Personen, Zirkulation)

Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb

Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:

  • Welche Quelle passt zu Grundstück/Platz/Schall – und welche Genehmigungen sind nötig?
  • Welche Auslegungstemperaturen werden angesetzt (Quelle/Vorlauf) – und warum?
  • Welche Risiken/Nebenarbeiten sind enthalten (Bohrung, Brunnen, Fundament, Leitungswege)?
Schneller Gegencheck (ohne Excel)

Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).

Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen

Sie haben nur wenig Daten (Gasrechnung vorhanden)
  • Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
  • Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
  • Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
Sie wollen Angebote schnell vergleichen
  • Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
  • Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
  • Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.

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