Welche Wartung braucht eine Wärmepumpe – und wie lange hält sie?

Kurzantwort: Wärmepumpen sind vergleichsweise wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Mit sauberer Hydraulik, guten Einstellungen und regelmäßigen Checks (Filter, Kondensat, Kältekreis nach Bedarf) steigt die Lebensdauer deutlich.

Was typischerweise sinnvoll ist

  • Sicht-/Funktionscheck, Filter/Siebe, Druck/Volumenstrom
  • Außengerät: Luftwege frei, Kondensat/Abtauwasser korrekt
  • Warmwasser: Zirkulation/Temperaturen sinnvoll eingestellt

Warum Einstellungen die Lebensdauer beeinflussen

Häufiges Takten, unnötig hohe Vorläufe und falsch eingesetzte Speicher erhöhen Stress für Komponenten. Drei gute Hebel sind:

Wartungsplan (als Orientierung)

Konkrete Intervalle hängen von Hersteller/Anlage ab. Als grobe Orientierung sind diese Punkte oft sinnvoll:

  • regelmäßig: Sichtcheck, Luftwege frei, Fehlermeldungen/Events prüfen
  • saisonal: Filter/Siebe, Kondensat/Abtauwasser, Ventile/Drücke
  • bei Auffälligkeiten: ungewöhnliche Geräusche, häufiges Takten, starke Defrost-Phasen

Wenn Takten auffällt: Taktung reduzieren.

Do’s & Don’ts für lange Lebensdauer

  • Do: stabile Heizkurve statt starker Nachtabsenkung (weniger Stress/Spitzen).
  • Do: Vorlauf so niedrig wie möglich (bessere Effizienz, weniger Belastung).
  • Don’t: Probleme mit „mehr Vorlauf“ überdecken (führt oft zu Takten/Mehrverbrauch).
  • Don’t: Zirkulation/WW dauerhaft zu heiß einstellen (Effizienzverlust).

Angebots-Check: Fragen an den Fachbetrieb

Wertige Angebote sind nicht „schön formuliert“, sondern machen Annahmen transparent. Diese Fragen helfen, Angebote belastbar zu vergleichen:

  • Welche Wartung empfiehlt der Hersteller (Intervalle) – und was ist im Service enthalten?
  • Wie wird Takten vermieden (Dimensionierung/Hydraulik/Regelung)?
  • Wie werden Warmwasser/Zirkulation eingestellt, um Stress und Verluste zu reduzieren?
Schneller Gegencheck (ohne Excel)

Heizlast/Wärmebedarf zuerst grob plausibilisieren (Heizungs‑Rechner) und dann die Effizienz-Auswirkung von Vorlauf/Quelle ansehen (WP‑Effizienz).

Praxisbeispiel: typische Situation und Vorgehen

Sie haben nur wenig Daten (Gasrechnung vorhanden)
  • Wärmebedarf/Heizlast grob plausibilisieren (statt Faustformeln).
  • Vorlauftemperatur im Bestand testen (entscheidet Effizienz/Heizflächen).
  • Angebote anhand gleicher Annahmen vergleichen (Quelle/Vorlauf/Warmwasser).
Sie wollen Angebote schnell vergleichen
  • Heizlast + Auslegungstemperaturen explizit im Angebot verlangen.
  • Schall/Aufstellort und Elektroarbeiten als eigene Positionen prüfen.
  • Puffer/Sonderlösungen nur mit klarer Begründung akzeptieren.

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